Ein Zuhause endet nicht an den Außenmauern des Hauses. Es ist ein ganzheitlicher Raum, in dem die Stimmung des Innenbereichs fließend in den Außenbereich übergeht, in dem jeder Blick aus dem Fenster zu einem Bild wird und jeder Schritt durch den Garten zu einem beruhigenden Ritual. Lange Zeit gab es jedoch ein Element, das diese Harmonie massiv störte.

Am Ende kamen gleich mehrere Impulse für eine radikale Veränderung zusammen. Neben der langjährigen Unzufriedenheit mit dem Design entstand auch ein ganz praktisches und emotionales Bedürfnis. Bereits im vergangenen Jahr hatten wir begonnen, einen großen Schritt in unserem Familienleben zu planen: die Anschaffung eines neuen Hundes, eines schneeweißen Samojeden. Jeder, der diese Rasse kennt, weiß, dass Samojeden voller Energie, Neugier und Entdeckungsdrang sind. Der ursprüngliche, filigrane Drahtzaun mit der zerrissenen Sichtschutzplane hätte für ein solches Tier weder eine sichere Barriere noch ein ruhiges Umfeld geboten.
Wir brauchten eine Lösung, die absolut stabil, sicher und widerstandsfähig ist, unser Zuhause aber gleichzeitig nicht in eine undurchdringliche, kalte Betonfestung verwandelt. Wir wollten den Raum begrenzen, aber nicht erdrücken. Deshalb suchte ich nach einer Lösung, die kompromisslose Funktionalität, Langlebigkeit und eine klare nordische Ästhetik miteinander verbindet.
Meine Suche endete in dem Moment, als ich die Premium-Systeme von Gabionen Lemon entdeckte. Ihre Interpretation von Gabionenkonstruktionen hat mich sofort begeistert. Es waren nicht diese groben, unbeholfenen Drahtkörbe, die man von Autobahnen oder technischen Bauwerken kennt. Es handelte sich um präzise verarbeitete, filigrane und gleichzeitig massive Konstruktionen mit einem ausgeprägten Gefühl für Details und Oberflächenqualität. Ich sah darin enormes Potenzial. In diesem Moment war mir klar, dass ich keinen standardisierten, serienmäßig produzierten Gabionenzaun wollte, der einfach nur monoton die Grundstücksgrenze nachzeichnet. Ich sehnte mich nach etwas Besonderem, Außergewöhnlichem und Eigenständigem. Ich wollte ein Werk schaffen, das die Geschichte von Materialien und Texturen erzählt.
Ich nahm Papier und Bleistift zur Hand und zeichnete die gesamte Lösung selbst. Meine Vision beruhte auf Kontrast und Rhythmus, auf einem Dialog zwischen der kühlen Festigkeit von Metall, der zeitlosen Beständigkeit von Stein und der warmen, lebendigen Struktur von Holz. Gemeinsam mit dem Team von Gabiony Lemon begannen wir anschließend, mein erstes Konzept weiterzuentwickeln. Ich muss ihre enorme Geduld und Professionalität hervorheben, denn wir haben Schritt für Schritt jedes Detail des Entwurfs abgestimmt und verfeinert. Jede Linie, jede Materialstärke und jede technische Verbindung wurde gemeinsam besprochen, bis alles bis zur absoluten Perfektion ausgearbeitet war.
"Ich wollte, dass sich die horizontale Ebene vor dem Zaun gedanklich in die Vertikale der Konstruktion erhebt. Natur und Architektur sollten dieselbe Sprache sprechen."




Eines der wichtigsten ästhetischen Ziele war die Verbindung des Zauns mit seiner unmittelbaren Umgebung. Vor dem Zaun befinden sich kleine, abgerundete Donaukiesel, die eine natürliche, helle Bodenfläche bilden. Mein großer Wunsch war es, dass derselbe Steintyp auch im Inneren des Zauns weitergeführt wird. Ich wollte den Effekt erzielen, dass sich die horizontale Fläche des Bodens optisch in eine vertikale Gabionenwand erhebt. Dieser Gedanke konnte perfekt umgesetzt werden. Für die Gabionenkonstruktionen wählten wir Steine mit größerer Körnung, die in Form und Farbgebung direkt an das umliegende Gelände anschließen. Der daraus entstandene visuelle Effekt ist faszinierend. Der Zaun wirkt nicht wie ein fremdes Objekt, das einfach auf das Grundstück gesetzt wurde. Er scheint vielmehr aus dem Boden herauszuwachsen, auf dem er steht. Alles fügt sich geometrisch und strukturell mit großer Präzision zusammen.
Um die monolithische Schwere des Steins aufzubrechen, haben wir die Steinelemente mit Brettern aus sibirischer Lärche kombiniert. Dieses Material habe ich nicht zufällig gewählt. Sibirische Lärche zeichnet sich durch ihre hohe Witterungsbeständigkeit, ihre schöne, dichte Struktur und ihre Fähigkeit aus, mit den Jahren eine edle Patina zu entwickeln, die hervorragend zum skandinavischen Stil passt. Diese Holzbretter wurden sowohl an der Außenseite als auch an der Innenseite des Grundstücks montiert. Dadurch ist der Zaun für Passanten auf der Straße genauso schön anzusehen wie für uns, wenn wir auf der Terrasse sitzen. Der rhythmische Wechsel von Stein und Holz verleiht dem gesamten Werk Dynamik, Tiefe und Leichtigkeit.
Die Innenseite des Zauns, die zu unserem privaten Bereich ausgerichtet ist, wollte ich noch menschlicher und funktionaler gestalten. Ich machte sie zu einem organischen Bestandteil unserer Ruhezone. Den gesamten Innenbereich habe ich mit einer Gabionenbank ergänzt, die fließend an den Zaunkörper anschließt und zu einem natürlichen Teil davon wird. Die Konstruktion aus Draht und Stein übernimmt hier eine neue Funktion. Sie dient als stabile Basis zum Sitzen; man muss nur noch weiche Plaids und Kissen darauflegen. Die Bank wurde sofort zu einem unserer Lieblingsplätze für den Morgenkaffee und zum Beobachten unserer Bubble, während sie auf dem Rasen spielt.
Ein weiteres ungewöhnliches und sehr markantes Element, das das gesamte Konzept auflockert, ist die Integration eines bewusst leeren Gabionenkorbs. Diese leere Konstruktion dient nicht als Steinkorb, sondern als Raum für Leben. Wir haben immergrüne Pflanzen darin eingesetzt, die nach und nach die gesamte Konstruktion ausfüllen. Dieses lebendige Element verleiht dem ansonsten ruhigen Zaun ständige Veränderung, einen Hauch von Grün und eine besondere Spannung. Metall, Stein und Holz werden dadurch um ein viertes Element ergänzt: die Natur selbst, die durch den Zaun hindurchwächst und ihm eine organische Weichheit verleiht.

Wie es bei großen Projekten oft der Fall ist, zeigen sich manche kleinen Schwachstellen erst im Alltag. Nach Abschluss der Hauptarbeiten stellten wir fest, dass es auf unserem Grundstück eine einzige Stelle gab, durch die Passanten von der Straße aus gerne direkt in unseren privaten Bereich blickten: das Eingangstor. Die Terrasse, die eigentlich eine Oase der Ruhe sein sollte, war durch diese Sichtachse ständig neugierigen Blicken ausgesetzt. Deshalb entschieden wir uns für ein sofortiges Upgrade der gesamten Lösung. Am Gartentor ließen wir nachträglich Lärchenbretter montieren, die in Material, Abmessung und Farbgebung exakt an die Holzelemente des Zauns anschließen. Das Ergebnis ist eine perfekte Einheit. Das Tor fügt sich optisch in das Gesamtbild ein, die Linien bleiben klar und unsere Terrasse erhielt endlich absolute, ungestörte Sicherheit und Intimität.
Damit war die Verwandlung jedoch noch nicht abgeschlossen. Um das Design bis zum letzten Punkt zu vollenden, integrierten wir eine nächtliche Solarbeleuchtung in das gesamte Konzept. Die Leuchten sind raffiniert so platziert, dass sie die Struktur des Steins betonen. Wenn die Dämmerung einsetzt und das Tageslicht langsam verschwindet, beginnt der Zaun in einem sanften, warmen Ton zu leuchten. Dieser Moment erzeugt einen echten und vollkommenen Wow-Effekt. Aus einer massiven Sicherheitsbarriere wird plötzlich eine feine, leuchtende Skulptur, die unser Zuhause linear umrahmt. Der Blick auf die beleuchtete Kombination aus sibirischer Lärche und Donaukieseln ist der schönste Abschluss dieses anspruchsvollen Projekts, das eine gewöhnliche Grundstücksgrenze in ein architektonisches Kunstwerk verwandelt hat.
Text und Foto: @KajaStef
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